Fehlatal

Stadt- und Kulturhalle ist auf den Weg gebracht - der Stadtrat hat nach langer Beratung dem mehrfach überarbeiteten Planungsentwurf auf Basis der bürgerschaftlichen Vorgaben und Nutzungsansätze mit großer Mehrheit zugestimmt – Baugenehmigung soll rasch beantragt werden – Finanzierungsplan mit rund 7 Mio. Euro Eigenmittel der Stadt ist nun Basis für Umsetzung.

Leicht gemacht haben es sich die Gammertinger Stadträte und die Stadtverwaltung nicht bei der jüngsten umfassenden Beratung über die nächsten wichtigen Projektschritte hin zur „Stadt- und Kulturhalle“ auf dem Schey-Areal. Mit einem überaus deutlichen Mehrheitsentscheid von 14 Ja und 4 Nein-Stimmen wurde die aktuelle Planung der Architekten und deren sehr detaillierte Kostenberechnung nach mehrstündiger intensiver Debatte abgesegnet und beschlossen. Klares Votum des Beschlusses ist allerdings auch, dass der Stadtrat und die Verwaltung keine weiteren inhaltlichen Kostensteigerungen über den jetzt erreichten Planungsstand akzeptieren werden.

Die Gammertinger Stadt- und Kulturhalle wird künftig das ehemalige Textilbrachenareal Schey zu einem neuen Innenstadtquartier verändern. Mit einem 14 zu 4 Beschluss zeigten Bürgermeister und Gemeinderat Mut zur Tat. Klare Vorgabe ist, dass das Projekt nun nicht mehr wesentlich teuer werden darf.
(Entwurf Steimle Architekten/Möhrle Landschaftsplaner)

Große Mehrheit für Planungsinhalt – keine inhaltlichen Kostensteigerungen mehr zugelassen
Die Architektinnen Birgit Wohlfart und Antonia Rist hatten zusammen mit weiteren Fachplanern, den Stadträten und den zahlreichen Sitzungsbesuchern erläutert, wie aus dem anfänglichen Nutzungs- und Raumkonzept der Gammertinger Vereine und des Stadtrates aus dem Jahr 2016/17 nun trotz aller Umplanungs- und Sparrunden eine „mittlere Variante“ der künftigen „Stadt-/Kulturhalle“ entstanden ist. Größte Flexibilität der vielen verschiedenen geforderten Nutzungen mit einerseits separat nutzbaren Veranstaltungsflächen in einem mittleren Saal mit großer Bühne (max. 336 Personen an Tischen bestuhlt bzw. 536 in Reihenbestuhlung) oder einem kleinen Saal (max. 120 Personen an Tischen, max. 270 in Reihe) oder einem extra nutzbaren Foyer (max. 96 Personen an Tischen) bis hin zur maximalen Nutzung von kleinem und mittlerem Saal, zusammen als einen großen Saal mit Bühne (max. 504 Personen an Tischen bzw. max. 670 in Reihenbestuhlung) reichen die verschiedensten Nutzungsansätze.

 

Platz für maximal 670 sitzende Gäste in Reihenbestuhlung wird der gesamte mittlere und kleine Saal zusammen als großer Saal bieten. Hier der Blick von der Bühne herunter (Vordergrund) in den mit viel Holz ausgestatteten Saal. Links die großen Türen nach draußen auf den Innenhof und rechts in das Foyer. Die Planung der Stadthalle setzt ein möglichst flexibles Konzept der Nutzung aus den Vorschlägen des Bürger-Vereins-Beteiligungsprozesses 2016/2017 um.
(Foto: Entwurf Steimle Architekten)

 

 

Auch der kleine Saal kann extra für „kleinere“ Anlässe, mit oder ohne flexible Bühne, für Familienfeiern, Vereinsveranstaltungen, Vorträge, etc. mit max. 120 Personen an Tischen oder max. 250 in Reihenbestuhlung genutzt werden. Blick vom Innenhof in Richtung Foyer, hier sind die großen Türelemente geöffnet.
(Foto: Entwurf Steimle Architekten)

 

Hinzu kommt ein nach Südwesten anschließender Innenhof, der entweder extra oder zusammen mit der Halle genutzt werden kann. Vor allem die technischen Vorgaben und Gewerke mit Bühne oder der möglichst flexiblen Cateringküche mit Nebenräumen, als auch der Schallschutz der Umgebung durch rund 95 neue öffentliche Stellplätze und der Halle selbst, hatten die Kosten deutlich ansteigen lassen. Hinzu kamen rund 15 % Kostensteigerung aus den seit Anfang 2017 bis Ende 2019 erfolgten allgemeinen Baupreissteigerungen.

Hallennutzung von 90 bis max. 670 Personen möglich
Die zurückliegende Bürgerbeteiligung hatte dem Stadtrat bei der Fixierung seines Raumprogramms für die Planer, eine größte mögliche und flexible Hallennutzung vorgegeben. Aus einem umfassenden und intensiven bürgerschaftlichen Beteiligungsprozess hatten die Stadt, die Vereine und die beteiligten Bürger ein Nutzungskonzept für eine multifunktionale Kulturhalle auf dem innerstädtischen Brachenareal an der Sigmaringer Straße entwickelt.

 


 

Eine der vielen Nutzungsvarianten für die Stadthalle: hier die klassische Tischbestuhlung, beispielsweise für ein Konzert oder einen Vortrag auf der Bühne, bei dem rund 330 Personen maximal in den mittleren Saal passen und im Foyer ein „Pausensekt oder ein Snack" verzehrt werden kann. Im rechten mittleren Bildteil die Bühne mit den dahinterliegenden Nebenräumen und den Künstlergarderoben.
(Foto Plan: Entwurf Steimle Architekten)

Nach einem umfassenden Planungswettbewerb und intensiven Entwurfsplanungen, begleitet erneut von mehreren Bürger-Planer-Dialogen, war im letzten Sommer 2019 ein Entwurf der Stuttgarter Architekten und Landschaftsplaner Steimle und Möhrle entstanden, der nun in den vergangenen Monaten in intensiven Debatten und Sitzungen des Gemeinderates und der Verwaltungsspitze auf zahlreiche umgesetzte Optimierungs- und Sparlösungen hin untersucht worden war.

Rund 7 Mio. Euro Eigenmittel werden zu finanzieren sein
In der jüngsten Sondersitzung des Gemeinderates am 14. Januar 2020 wurden nun alle Für und Wider sowie viele Lösungsansätze für das Gammertinger Dauerthema intensivst in über 4 Stunden Marathonsitzung beraten. Trotz der zwar reduzierten Gesamtkosten auf jetzt 12,4 Mio. Euro ist nun für alle Räte und die Verwaltung die maximale Spitze für das Projekt erreicht. Zieht man die erwarteten Zuschüsse aus Stadtsanierung und Ausgleichsstock, der Vorsteuererstattung sowie das Kapital der vorhandene Michael Ott-Stiftung mit rund 3,3 Mio. Euro ab, so verbleibt noch ein Eigenfinanzierungsansatz für die Stadt von rund 7,6 Mio. Euro übrig. Angesichts der seit mehreren Jahren deutlich gestiegenen Baupreise (rund 15 %) blieben dennoch Bauchschmerzen bei allen Entscheidern, denn auf diese Marktgegebenheiten hat keiner in der Stadt Einfluss. Klar wurde allerdings aus der Debatte, dass keine "goldenen Wasserhähne - Ferrari`s" oder ähnliches verbaut werden und bei der Umsetzung intensiv auf weitere Einsparpotentiale geachtet werden wird. Nach über 4 Stunden intensiver Debatte stimmten nun abschließend 13 Gemeinderäte und Bürgermeister Jerg mit einem klaren Bekenntnis zur Halle zu, 4 Gemeinderäte konnten sich - trotz grundsätzlicher Befürwortung einer Stadthalle für Gammertingen - nicht für ein "Ja" zum jetzigen Entwurf durchringen.

Damit ist nun der Weg frei für die nächsten Projektschritte
Die Planer werden nun rasch die Baugenehmigungsunterlagen erstellen und noch im Frühjahr 2020 soll dieser der Baurechtsbehörde beim Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt werden. Gleichzeitig wird für das gesamte Quartier ein Bebauungsplan "Stadthalle" aufgestellt, der ebenfalls bei der Sitzung - dieses Mal mit einstimmigem Votum aller Räte - ebenfalls auf den Weg gebracht wurde. Von 31. Januar bis 2. März läuft für den Bebauungsplan die vorgezogene Bürgerbeteiligung und die Anhörung der Träger öffentlicher Belange, eine zweite Anhörungsrunde ist nach Abwägung der eingebrachten Anregungen dann für den Frühsommer 2020 geplant. Die Intention aller am Planungsprozess Beteiligter ist zur Kostensicherheit möglichst im Herbst 2020 die meisten Baugewerke öffentlich auszuschreiben.

"Stadthalle, viel zu teuer." "Gammertingen kann sich nichts mehr anderes leisten." "Der gewünschte APH-Neubau geht nicht mehr". Diese und viele andere Gerüchte geistern seit geraumer Zeit durch´s Städtle. Stimmt das?

Kann das sein? - Nein, dem ist nicht so. Das stimmt nicht!

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Amtsblattes was wirklich stimmt, wie das Projekt "Stadt-/Kulturhalle" wirklich finanziell steht und wie es finanziert werden wird, ohne dass andere Projekte des kommenden Jahrzehntes nicht umgesetzt werden können.

 

 

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