Fehlatal

KHG auf dem Baugenehmigungs-Weg

28. Juli 2020

Stadt- und Kulturhalle ist nun auf den “Baugenehmigungs-Weg“ gebracht

Der Stadtrat hat unmittelbar vor der Sommerpause 2020 die Genehmigungsplanung für die neue Stadt-/Kulturhalle freigegeben. Mit überaus großer Mehrheit ist nun der mehrfach überarbeitete Planungsentwurf, auf der Basis von bürgerschaftlichen Vorgaben und Nutzungsansätzen, als Baugesuch freigegeben. Der Finanzierungsplan mit rund 7 Millionen Euro Eigenmitteln für die Stadt bleibt unverändert Basis für die Umsetzung.

Mit der Freigabe des Baugesuchs hat der Gammertinger Gemeinderat in seiner Sommersitzung am 28. Juli 2020 einen weiteren Schritt in Richtung der Realisierung der Stadt- und Kulturhalle auf dem Schey-Areal gemacht. Bereits im Januar 2020 hatten die Gemeinderäte nach mehrstündiger, intensiver Debatte die damaligen erneut überarbeiteten Planungsentwürfe der Architekten, sowie deren sehr detaillierte Kostenberechnung abgesegnet. Auch die Baugenehmigungsfassung aus dem Sommer 2020 erfüllt - nach weiterer Detaillierung der Kostenberechnung - die Vorgabe des Stadtrates und der Verwaltung keine weiteren inhaltlichen Kostensteigerungen über den jetzt erreichten Planungsstand von ca. 12,5 Millionen Euro hinaus zu akzeptieren.

Die neue Gammertinger “Stadt- und Kulturhalle“ entlang der Sigmaringer Straße | B 32 auf dem ehemaligen Textil-Brachen-Areal „Schey“ soll dieses Innenstadt-Quartier positiv verändern.

Große Gemeinderatsmehrheit gibt Baugesuch frei – Kostendeckel ist eingehalten
Die Architektinnen Christine Steimle und Antonia Rist haben zusammen mit dem Landschaftsplaner Ralf Sautter, den Stadträten und den zahlreichen Sitzungsbesuchern der öffentlichen Gemeinderatsitzung in der Alb-Lauchert Sporthalle am 28. Juli 2020 erläutert, wie aus dem anfänglichen Nutzungs- und Raumkonzept der Gammertinger Vereine und des Gemeinderats im Jahr 2016/2017, trotz aller Umplanungs- und Sparrunden und dem im Januar 2020 vorgestellten und freigegebenen Planungsentwurf, nun das abschließende Baugesuch für die künftige “Stadt- und Kulturhalle“ entstanden ist. Trotz der Kostenstabilität und noch zahlreicher, inhaltlicher wie technischer Anpassungen, kann aktuell im Sommer 2020 das Kosten- und Finanzierungskonzept unverändert gehalten werden. Angesichts der von den späteren Nutzern geforderten großen Flexibilität, der vielen verschiedenen Nutzungen aus dem Bürgerprozess, ist nun - sowohl nach außen wie nach innen - ein warmstrahlendes Bauprojekt geworden. Viele separat und flexibel nutzbare Veranstaltungsflächen prägen die neue Stadt- und Kulturhalle. Einerseits gibt es einen mittleren Saal mit großer Bühne (115 m²), in dem bis zu 380 Personen in Reihenbestuhlung und 320 Personen an Tischen Platz finden oder einen kleinen Saal (maximal 250 Personen in Reihen und 120 Personen an Tischen) oder ein extra nutzbares Foyer (maximal 96 Personen an Tischen). In der Gesamtvariante, also der gemeinsamen Nutzung von kleinem und mittlerem Saal, ergeben sich dann als großer Saal mit Bühne (maximal 504 Personen an Tischen bzw. maximal 670 Personen in Reihenbestuhlung) verschiedenste Nutzungsansätze für Feste, Veranstaltungen oder kulturelle Events.

Ein Blick in den bestuhlten Saal mit der großen Bühne und Blick aus dem Saal in das offene Foyer entlang der Sigmaringer Straße. Viele warme Holzflächen gestalten den Boden und die Wandflächen, inklusive der Bühne, kombiniert mit der besonderen Raumakustik und der Lichtführung der Betondecke.

Die neue Stadt- und Kulturhalle ist in ein neues, innerstädtisches Quartier eingebunden. Ein großzügiger, naturnaher Eingangsbereich entlang der “Sigmaringer Straße“ und Teile der Gäste-Parkierung umgeben die offen und mit viel Grün gestaltete Eingangszone. Hinzu kommt ein nach Südwesten anschließender großzügiger Innenhof bzw. Multifunktionsplatz, der entweder extra oder zusammen mit der Halle genutzt werden kann. Die zentrale interne Anlieferungszone für Veranstalter, Caterer, Lieferanten oder Ensembles ist nun in den hinteren Bereich zwischen Stadthalle und Bestandsgebäude der Schule im ehemaligen Gewerbepark gerückt. Abgeschirmt wird diese Anlieferzone mit über 3,80 m hohen Lärmschutztoren, die zusammen mit weiteren Lärmschutzwänden bei den Parkplätzen wichtiger Bestandteil der Lärmschutzkonzeption der Stadthalle sind. Die zurückliegende Bürgerbeteiligung und der intensive Bürger-Planer-Dialog, hatten dem Stadtrat bei der Fixierung seines vielfältigen Raumprogramms für die Planer eine möglichst große und flexible Hallennutzung vorgegeben. Nach einem umfassenden Planungswettbewerb und intensiven Entwurfsplanungen - begleitet erneut von mehreren Bürger-Planer-Dialogen - war dann im Sommer 2019 bis in den Januar 2020 ein mehrfach weiterentwickelter und durch diverse Sparrunden abgewandelter und reduzierter Entwurf der Stuttgarter Architekten Steimle und der Landschaftsplaner Möhrle entstanden. Zwischen der grundsätzlichen Zustimmung zur Entwurfsplanung noch im Januar 2020, hatten die Architekten und Fachplaner allerdings weitere Konkretisierungen und Veränderungen vorgenommen, so dass jetzt am 28. Juli 2020 die Genehmigungsplanung dem Gemeinderat vorgestellt und von ihm für die Antragsstellung eines Baugesuchs beim Landratsamt Sigmaringen freigegeben worden ist.

Die neue Stadt- und Kulturhalle soll energieeffizient erstellt werden
Nicht nur die Stadt als Bauherr, sondern auch die Planer haben auf einen besonderen Energiestandard eingewirkt. Das Bauwerk soll in der besonderen Baukonstruktion unter Verwendung von Dämmbeton, sowohl nach außen, als auch durch diverse, technische Gewerke im Inneren, einen besonderen wirtschaftlichen Energieeffizienzstandard haben. In der Halle innen und im Foyer finden heimische Hölzer Platz im Boden, bei Türen und Wandverkleidungen einen starken Einsatz und vermitteln Wärme. Ergänzend dazu werden sämtliche Flachdachbereiche im Umlauf des nach zwei Seiten ansteigenden Hallendachs mit extensiver Dachbegrünung versehen. Schrägdachbereiche über dem Saal und der Bühne sollen im Weiteren mit einer PV-Anlage zur Minimierung des Eigenstromverbrauchs genutzt werden. Zusätzlich wird die Stadt die neue Stadt- und Kulturhalle an ein kleineres Nahwärmenetz anschließen, dass durch eine neue energieeffiziente Heizzentrale im benachbarten Schulgebäude 6 der Laucherttalschule betrieben wird. Voraussichtlich wird die dortige Heizanlage durch nachwachsende Rohstoffe „Pellets“ beheizt werden. Auch die interne Bühnentechnik, sowie die Catering-Küche sind von den Fachplanern auf sparsame Energiewerte konzeptioniert.

Rund 7 Mio. Euro Eigenmittel werden zu finanzieren sein
In der jüngsten Sondersitzung des Gemeinderates am 14. Januar 2020 wurden nun alle Für und Wider, sowie viele Lösungsansätze für das Gammertinger Dauerthema intensivst in über 4 Stunden Marathonsitzung beraten. Trotz der zwar reduzierten Gesamtkosten auf jetzt 12,4 Mio. Euro ist nun für alle Räte und die Verwaltung die maximale Spitze für das Projekt erreicht. Zieht man die erwarteten Zuschüsse aus Stadtsanierung und Ausgleichsstock, der Vorsteuererstattung sowie das Kapital der vorhandene Michael-Ott-Stiftung mit rund 3,3 Mio. Euro ab, so verbleibt noch ein Eigenfinanzierungsansatz für die Stadt von rund 7,6 Mio. Euro übrig. Angesichts der seit mehreren Jahren deutlich gestiegenen Baupreise (rund 15 %) blieben dennoch Bauchschmerzen bei allen Entscheidern, denn auf diese Marktgegebenheiten hat keiner in der Stadt Einfluss. Klar wurde allerdings aus der Debatte, dass keine "goldenen Wasserhähne - Ferrari`s" oder ähnliches verbaut werden und bei der Umsetzung intensiv auf weitere Einsparpotentiale geachtet werden wird. Nach über 4 Stunden intensiver Debatte stimmten nun abschließend 13 Gemeinderäte und Bürgermeister Jerg mit einem klaren Bekenntnis zur Halle zu, 4 Gemeinderäte konnten sich - trotz grundsätzlicher Befürwortung einer Stadthalle für Gammertingen - nicht für ein "Ja" zum jetzigen Entwurf durchringen.

Auch im Sommer 2020 gelten die zurückliegenden Beschlüsse des Gemeinderats in seiner Sondersitzung vom 14. Januar 2020, bei der sehr intensiv und abendfüllend alle Für und Wider, sowie viele Lösungsansätze für das Gammertinger Dauerthema “Stadthalle“ intensivst beraten wurden. Trotz der zwar reduzierten Gesamtkosten auf rund 12,5 Millionen Euro ist - nach wie vor für alle Räte und die Verwaltung - die maximale Spitze der Kosten für das Projekt erreicht. Zieht man allerdings die zu erwartenden Zuschüsse aus der Stadtsanierung und dem Ausgleichsstock, der Vorsteuererstattung für den Betrieb „Gewerbliche Art“, sowie das Kapital der vorhandenen Michael-Ott- Stiftung mit rund 3,3 Millionen Euro ab, so verbleibt noch ein Eigenfinanzierungsansatz der Stadt von rund 7,6 Millionen Euro übrig. Angesichts der seit mehreren Jahren deutlich gestiegenen Baupreise (rund 20 %), blieben dennoch Bauchschmerzen bei allen Entscheidern, denn auf die Marktgegebenheiten der stetigen Baupreisentwicklung hat keiner in der Stadt Einfluss. Klar wurde allerdings aus den bisherigen Debatten, dass bei der neuen Stadt- und Kulturhalle in Gammertingen keine “goldenen Wasserhähne - Ferraris“ oder Ähnliches verbaut werden und bei allen Entscheidungen in der Planung intensivst auf weitere Einsparpotentiale geachtet werden wird.

In 2021 soll der Neubau beginnen und bis Ende 2022 abgeschlossen sein
In den nun folgenden Sommermonaten 2020 werden die Baugenehmigungsunterlagen bei der unteren Baurechtsbehörde eingereicht werden. Der Gemeinderat selbst hat am 28. Juli 2020 anstelle des Verwaltungsausschusses das gemeindliche Einvernehmen hierzu bereits erteilt. Gleichzeitig wird für das gesamte Quartier das Bebauungsplanverfahren “Stadthalle“ weiter vorangebracht. In der Gemeinderatssitzung am 28. Juli wurde deshalb die erste Anhörungsphase abgeschlossen (s. weitere Bekanntmachung im Amtsblatt). Im Laufe des Herbstes kann dann der formale Abschluss und der Satzungsbeschluss erfolgen. Im August 2020 erfolgt die erneute zweite Anhörungsrunde und Anhörung der Träger öffentlicher Belange, unter Beteiligung der Bürgerschaft. Die Intension aller am Planungsprozess Beteiligter ist, zur Kostensicherheit möglichst im Winter 2020, ein Großteil der Baugewerke öffentlich auszuschreiben.

 


Stadthalle – Investition in Kultur

14. Januar 2020

Mit überaus großer und deutlicher Mehrheit - von 14 Ja und 4 Nein-Stimmen - hat der Stadtrat nach abendfüllender intensiver Beratung in seiner öffentlichen Gemeinderatssitzung am 14. Januar 2020 den Planungsentwurf für die neue „Stadt- und Kulturhalle“ freigegeben. Auf Basis der Vorgaben und Nutzungsansätze aus den vorangegangenen Bürger- und Vereinsbeteiligungen, hatten Architekten und Fachplaner nach dem Architekturwettbewerb im abgelaufenen Jahr 2019 auf Wunsch der Gremien und der Stadtverwaltung mehrfach die Planungsentwürfe überarbeitet und an die Vorgaben angepasst.

Im kommunalen Amtsblatt (04/2020) vom 23. Januar 2020 sowie auf den Sonderseiten der städtischen Homepage www.gammertingen.de zum Projekt „Stadt-/Kulturhalle“, hatte die Stadtverwaltung sehr ausführlich über die Entscheidung des Stadtrates und auch die Planungsdetails informiert. Nachdem gerade die aktuellen Haushaltsvorberatungen für 2020 stattfanden, hatte die Verwaltung dann in der Folge über die finanziellen Rahmenbedingungen informiert. In den abschließenden Haushaltsberatungen 2020 die am 5. März 2020 stattfanden, wurden die mittelfristigen Finanzplanungsdaten verabschiedet.

Leider hört man in den Gesprächen in der Bevölkerung nur eine Aussage, nämlich die zu den Gesamtkosten mit 12,5 Mio. Euro, die zu hoch seien. Viele andere Aspekte zum Projekt, warum beispielsweise in der Stadt schon seit mehr als vier Jahrzehnten immer wieder Anläufe für einen Festhallenbau gemacht wurden, warum und für was man eine Stadthalle braucht, wie sie flexibel genutzt werden soll und kann, wie es tatsächlich mit den Kosten aussieht und vieles mehr, das wird meist bei diesen Gesprächen und der Debatte gar nicht beachtet.

Finanzrahmen steht und ist beschlossen
Klare Aussage der Verwaltungsspitze zum Projekt: Die jetzt festgelegten Planungen auf Basis sehr detaillierter Kostenberechnungen für alle Gewerke auf Marktpreisniveau von 12,5 Mio. Euro, netto 10,5 Mio. Euro, sind jetzt die maximale Basis für die Umsetzung. Einzige Ungewissheit ist jetzt nur noch, wie sich die Baupreise bis zur tatsächlichen Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen weiterentwickeln? Leider musste man auch in Gammertingen seit Beginn der Bürgerdiskussionen bis heute registrieren, dass die Baupreise von 2015 bis heute seither um fast 20 % gestiegen sind. Das hat keiner im Griff und das lässt sich auch nicht so einfach einsparen, ohne die Inhalte und Nutzervorgaben zu gefährden. Nicht ohne Grund hat man allerdings den jetzt beschlossenen Entwurf nochmals deutlich gegenüber früheren Planungen abgespeckt und verändert.

Genauso wichtig wie die Investitionskosten ist allerdings auch, dass es der Verwaltungsspitze der Stadt - dank vieler Gespräche und Initiativen in Tübingen und Stuttgart - gelungen ist, das innerstädtische Sanierungsgebiet auf das Brachenareal des Gewerbeparks „Schey“ auszuweiten. Damit werden nicht nur beim Bau der Halle rund 2,5 Mio. Euro Sanierungsfördergelder von Bund und Land nach Gammertingen fließen. Auch die bisherigen Vorinvestitionen - von Bürgerwerkstätten über Wettbewerb und vorbereitende Planungen bis hin zum Abbruch - sind schon in den zurückliegenden Jahren mit 60 % der tatsächlichen Kosten sehr großzügig gefördert worden. Neben einem erwarteten weiteren Zuschuss aus dem Ausgleichstock des Landes, soll auch das Rücklagekapital aus dem „Vermächtnis Michael Ott“ (ca. 520.000 Euro) verwendet werden. Am Ende werden zwischen 3,3 bis 3,5 Mio. Euro Zuschüsse das städtische Invest (Förderquote von über 30 %) unterstützen. Eine weitere Gegenfinanzierung erwartet die Stadt aus der Steuerrückvergütung. Die künftige „Stadt-/Kulturhalle“ soll, wie bei vielen anderen Kommunen ebenso, als „Betrieb gewerblicher Art“ geführt werden. Der Stadtkämmerer wird so 80 % der Vorsteuer wieder vom Finanzamt zurückholen, was letztlich eine weitere Investitionseinsparung von über 1,6 Mio. Euro bedeutet. Einziger Wermutstropfen daraus, die Stadt muss künftig für jede Hallennutzung eine Nutzungsgebühr verlangen; aber auch das ist bei vielen Nachbarkommunen ebenso der Fall.

4,9 Mio. Euro Förderung reduziert Baukosten deutlich
Der voraussichtliche Eigenanteil der Stadt für den Neubau der „Stadt-/Kulturhalle“ wird dann bei rund 7,5 Mio. Euro liegen. Hier hat der Stadtrat in seiner Januarsitzung festgelegt, dass davon maximal 7 Mio. Euro aus langfristigen Investitionsdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert werden sollen. Hierzu liegen der Stadt bereits sehr zinsgünstige Konditionen für langfristige Darlehen von 0,7 % Zins, für 20 Jahre fest, vor.

Was letztlich bei allen Finanzdiskussionen zur neuen „Stadt-/Kulturhalle“ nirgends beachtet oder diskutiert wird, ist dass es die Stadt auch Geld gekostet hätte den ursprünglichen Gewerbepark und die Randgebäude weiter zu unterhalten. Die ehemaligen Textilfabrikräume und die Bürogebäude sind inzwischen ins Alter gekommen. Sie waren nicht nur aus energetischer und brandschutztechnischer Sicht eher schlecht, wenn nicht sogar gar nicht mehr vermietbar. Nicht unerhebliche bauliche Investitionen wären auch ohne Standhallenprojekt auf die Stadt zugekommen, um diese innerstädtischen Flächen einer neuen Nutzung dauerhaft zuzuführen.

Die Gammertinger „Stadt- und Kulturhalle“ wird künftig das ehemalige Textilbrachenareal „Schey“ zu einem neuen Innenstadtquartier verändern. Mit einem 14 zu 4 Beschluss zeigten Bürgermeister und Stadtrat Mut zur Tat. Klare Vorgabe ist, dass das Projekt nun nicht mehr wesentlich teuer werden darf.
Foto: Entwurf Steimle Architekten/Möhrle Landschaftsplaner

Was soll denn in der Stadthalle passieren?Genauso wichtig, wie der Blick auf die Finanzen, ist doch die Frage „Braucht Gammertingen eine Veranstaltungshalle oder nicht?!“. Die Stadtverwaltung und alle Stadträte, aber auch die, die aus ihren Erwägungen im Januar nicht zustimmen konnten, haben immer wieder in der Debatte betont, dass es in unserer Stadt und in den Stadtteilen keine geeigneten Räumlichkeiten mehr gibt, die für eine Vielzahl von kulturellen, musischen oder sonstigen Veranstaltungen genutzt werden können. Viele bisherige Veranstaltungen/Events von Vereinen oder Organisationen sind bei ihrer Vorbereitung und Durchführung auf vorhandene Saalgrößen in Bürgerhäusern, Turnhallen oder Kirchen bzw. auf Freiluftveranstaltungsflächen mit Zelten etc. angewiesen. Viele der privaten oder gewerblichen Veranstaltungen, vom Familienfest über Jubiläen oder andere, sind ebenso auf Festhallen oder Locations in umliegenden Städten und Gemeinden angewiesen, weil es in der eigenen Stadt in Gastronomie oder seitens der Kommune nichts Geeignetes mehr gibt. Überspitzt formuliert: „In Trochtelfingen und Mägerkingen oder anderswo diskutiert die Bevölkerung bereits über die zweite komplette Hallensanierung, und in Gammertingen gibt’s noch immer nichts“ Wie schaffen das die anderen?

Bürgerbeteiligung lieferte gute Nutzungsansätze
Daher waren der Bürgerdiskussionsprozess und die laufenden Bürger-Planer-Dialoge so besonders wichtig, um gemeinsam die richtige Hallengröße und die Nutzungsvoraussetzungen gut zu klären. Klar ist den Verantwortlichen auch, dass künftig noch viele weitere, vor allem kulturelle Veranstaltungen von extern hinzukommen müssen. Theater, Kabarett, Musik sollen das Kulturangebot abrunden. Auch hier wird der Bürger mit Ideen und Engagement gefordert sein. Daher ist das Nutzungskonzept der geplanten Halle so flexibel mit Bühne, Foyer, Außenfläche, mittlerem oder kleinem Saal bzw. gemeinsamer großer Saal mit Bühne, um auf möglichst viele Nutzungen ein gutes Haus zu bieten.

Nach über 4 Jahrzehnten ist nun endlich ein Knopf dran
Wussten Sie als interessierter Amtsblattleser eigentlich, dass es in den zurückliegenden Jahren doch immer wieder sehr konkrete Ansätze für die Errichtung und den Betrieb einer Festhalle in unserer Stadt gab? Da wurde beispielsweise bereits in den späten 1960er Jahren vom Stadtrat und Bürgermeister a. D. Hirschle - wie in vielen anderen Kommunen im Umfeld zur gleichen Zeit - extra ein neuer Bebauungsplan „Festhalle“ aufgestellt für ein innerstädtisches Gebiet, auf dem dann allerdings ein städtischer Kindergarten und eine Kirchengemeinde und diverse Wohngebäude realisiert wurden. Auch in den Gebäuden der inzwischen abgerissenen Textilfabrik „Schey“ gab es in den 1990er Jahren umfangreiche Bauuntersuchungen und Planungen, um in den ehemaligen Nähsälen ein mögliches „Bürgerhaus für die Kernstadt“ mit Bühne und Küche zusätzlich zu einem rund 300 Personen fassenden Saal einzubauen. Letztlich scheiterte es an der fehlenden Stockwerkshöhe und den vielen Tragstützen mitten im künftigen Saal. Viele der vorangegangenen Entscheidungen der Kommunalpolitik zum Ausbau der ehemaligen Rathäuser oder leerstehenden Schulgebäude in den Ortsteilen wurde immer unter der Maxime getroffen, dass man irgendwann auch in der Kernstadt „etwas Rechtes“ also was Adäquates für die Vereine und Festivitäten braucht. Das geschah damals sogar noch zu Zeiten, als es in der Kernstadt und den Stadtteilen noch zahlreiche gutgehende Gastronomiebetriebe mit großen Festsälen, wie im Kreuz oder im Adler gab. „Was ist aber davon heute noch zu finden?“.

Auch um die Jahrtausendwende wurde nochmals sehr intensiv in der Gammertinger Innenstadt - rund ums historische Schloss/Rathaus - wegen des benachbarten Brachenareals der ehemaligen Kreissparkasse und dem vom Land zunächst zum Verkauf angebotenen Amtsgerichtsareal (früher Notariat und Forstamt, heute Polizei und Sozialstation) diskutiert. Letztlich zu Fall brachte die damals schon sehr konkreten Planungen für eine Stadthalle zwischen Rathaus und Stadtgraben unter Einbezug des historischen Amtsgerichtgebäudes, dass plötzlich das Land mit seiner eigenen Immobilie ganz andere Überlegungen hatte und nicht mehr verkaufen wollte. Auch die beengte Parkplatzsituation in der Innenstadt brachte diesen Standort zu Fall. Daraus entstanden ist dann allerdings der zunächst von einigen Bürgern kritisch beäugte und bekämpfte, aber heute doch sehr gut akzeptierte Neubau des Schlossflügels mit Bücherei und Bürgerbüro mit der Sanierung des denkmalgeschützten Speth´schen Stadtschlosses.

Allerdings fokussierte sich schon damals der Stadtrat eindeutig auf die inzwischen bereits baufälligen Gebäude des Gewerbeparks „Schey“. Da war bereits absehbar, dass mit der Aufgabe des „Kreuz-Saales“ als letzter verfügbarer Lokalität für größere Veranstaltungen, Konzerte oder Feiern keine einzige Einrichtung mehr in der Stadt vorhanden ist. Die Mitnutzung von schulischen Räumen (Mensen) oder der Stadtpfarrkirche quasi als Konzerthaus bzw. die baurechtlich nur geduldete Umnutzung der Alb-Lauchert-Sporthalle als „Pseudo-Festhalle“, all diese Alternativen sind angesichts der eher nicht geeigneten Räume und vor allem sich stetig verschärfenden Bauvorschriften (Versammlungsstättenverordnung, Brandschutz) inzwischen sehr grenzwertig. Auch Umbauansätze für die inzwischen für den Sportbetrieb sanierte Alb-Lauchert-Sporthalle mit dem Anbau einer Bühne, eines Foyers mit barrierefreiem Zugang und Toiletten sowie diversen Nebenräumen für Küche oder Lager, haben sich nicht nur angesichts ebenfalls sehr hoher, nicht zu vertretender Umbaukosten und gesetzlicher Vorgaben sehr schnell zerschlagen (in 2014 rund 5 Mio. Euro). Die gleichzeitige Doppelnutzung von einer erfreulich gut ausgelasteten Sporthalle für den Schulsport von 4 Gammertinger Schulen sowie einem intensiven Trainings- und Wettkampfgeschehen aus den Sportvereinen nun mit einer Festhallennutzung hatte Probleme aufgezeigt. Würde man die Festhalle in der Sporthalle nur am Wochenende nutzen, so müsste trotzdem für die Vor- und Nachbereitung weitere Tage in der Woche beansprucht werden, die letztlich mit dem vorhandenen Schul- und Freizeitsportangebot dramatisch kollidieren. Diese Einschränkung für den Schul- und Sportbetrieb, wie derzeit bei der Fasnetsnutzung, wäre nicht akzeptabel gewesen, weshalb auch diese Alternative in Gammertingen nicht zum Tragen kam.

In einem weiteren Amtsblattartikel, der in den kommenden Wochen erscheinen wird, wollen wir von der Redaktion noch auf weitere Aspekte rund um die Frage „Kann sich Gammertingen eine Stadthalle leisten“ eingehen. Die auch in Bälde erscheinenden Informationen vom Stadtrat, zu seiner Sitzung zur Haushaltsberatung 2020 am 5. März 2020, werden diese Informationsserie abschließen.


Entwurfsplanungen sind im Endstadium angelangt
Das Planungsteam um die Stuttgarter Architekten „Steimle“ und Landschaftsplaner „Möhrle und Partner“ sind mit ihren weiteren Fachplanern in den letzten Konkretisierungen für die Entwurfsplanung zur neuen Stadt-/Kulturhalle. Auf der Planungszielgeraden wurden in den letzten Wochen nochmals entscheidende Details im Planungsentwurf angepasst, nachdem die Fachleute der Küchenplaner alle Abläufe der Bewirtung und des Caterings auf hygienerechtliche Vorgaben hin optimiert hatten. Auch Experten der Bühnen- und Medientechnik haben ihre finalen Vorschläge für einen reibungslosen Nutzungsablauf präsentiert, die nun in die abschließenden Planungen der Architekten einfließen. Noch vor den Sommerferien wird sich der Gemeinderat abschließend mit dem Planungsstand beschäftigen und auch die erste Kostenberechnung als Basis für die weitere Umsetzung beraten.

Parallel zu diesem Planungsprozess bereitet die Stadtverwaltung mit dem Bebauungsplaner „Clemens Künster“ aus Reutlingen-Steinhilben sowie separat hinzugezogenen Gutachtern für Verkehr und Lärmschutz die nächsten Schritte für den Vorentwurf des Bebauungsplanes „Stadthalle“ vor, damit auch hier über den Sommer hinweg die erste Anhörungsrunde der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit/Bevölkerung erfolgen kann.

Ausschreibung für geordneten Rückbau und Abbruch des Schey-Areals veröffentlicht

Dieser Tage hat das Stadtbauamt die Ausschreibungsunterlagen für den geordneten Rückbau der Textilfabrikbrache und von zwei Wohnhäusern auf dem Gewerbeparkareal „Schey“ vorbereitet und öffentlich in den Medien ausgeschrieben. Bis Ende April haben nun interessierte Abbruchunternehmer Zeit, die in den Ausschreibungsunterlagen enthaltenen Rückbau-, Entsorgungs-  und Abbruchmaßnahmen zu kalkulieren und die Leistungsverzeichnisse auszufüllen. Submission dieser öffentlichen Ausschreibung ist am Donnerstag, 30. April 2019 um 14.00 Uhr. Abschließend soll  dann der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung, dann nach Vorprüfung der Angebotsunterlagen und Freigabe durch den städtischen Fachgutachter „Rückbau/Altlasten“, über die Auftragsvergabe entscheiden. Als voraussichtlicher Ausführungszeitraum sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 vorgesehen. Die Rückbau- und Abbruchmaßnahmen der alten Textilfabrik und der beiden angrenzenden Wohn- und Geschäftshäuser werden im Rahmen des Stadtsanierungsprogramms „Stadtkern/Schlossanlage“ von Bund und Land großzügig gefördert werden.


Sanierungsgebiet „Stadtkern/Schlossanlage“ erhält weitere 500.000 Euro von Bund und Land

"Gammertinger Stadthalle" bekommt weiteren finanziellen Rückenwind"
Für Innenstadtentwicklung wird erneut der Förderrahmen auf jetzt über 6,9 Mio. Euro aufgestockt

Stuttgart/Gammertingen - Mit weiteren 500.000 Euro zusätzlichen Fördermitteln aus der Stadterneuerung des Bundes und des Landes erhält die Laucherttalstadt weitere positive Unterstützung für die Gammertinger Innenstadt, und letztlich auch für das gestartete Projekt für eine "Stadt-/Kulturhalle" auf dem Areal des ehemaligen Gewerbeparks Schey. Der Förderrahmen des erst im Jahr 2013 neu gestarteten innerstädtischen Stadtsanierungsgebietes rund um´s Speth´sche Stadtschloss in der Hohenzollernstraße wird damit auf neu 6,913 Mio. Euro aufgestockt. Eine mehr als frohe Botschaft kam dazu am 20. März 2019, am Tag der offiziellen Verkündigung der Förderentscheidungen, aus dem Büro der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hofmeister-Kraut, MdL (CDU). Zusammen mit 5 weiteren Städten und Gemeinden im Landkreis Sigmaringen haben Bund und Land erneut das innerstädtische Sanierungsverfahren in der Stadt Gammertingen bei den kommunalen Maßnahmen der Innenentwicklung unterstützt.

Umsetzungen laufen auf vollen Touren
Die seit rund sechs Jahren laufende und in ihren Ansätzen erfolgreiche Stadtumbaumaßnahme "Stadtkern/Schlossanlage" wird mit dem weiteren Schwerpunkt der Umnutzung eines innerstädtischen Textilbrachenstandortes zur Ansiedlung einer kommunalen Gemeinbedarfseinrichtung mit der geplanten "Gammertinger Stadt-/Kulturhalle" nun auch im Sanierungsförderprogramm 2019 mit weiteren 500.000 Euro Bundes- und Landesmitteln (je zur Hälfte) bedacht. Im Anfangsjahr des Sanierungsgebietes "Stadtkern/Schlossanlage" belief sich der ursprüngliche Förderanteil des Landes auf nur 1 Mio. Euro, die die Stadt vom Land als deren 60%iger Anteil bekam; seit dem Programmjahr 2015 wird der 60 % Förderanteil des Landes zur Hälfte auch mit Bundesmitteln cofinanziert. Zusammen mit den Eigenanteilen von 40 %, den die Stadt selbst aufzubringen hat, (jetzt neu 2,75 Mio. Euro) steht nun ein neuer Förderrahmen von über 6,913 Mio. Euro zur Verfügung.

Aus "Kleinstadtleben" wurde Sanierungsverfahren
In Folge des erfolgreichen bürgerschaftlichen Diskussionsprozesses im Modellprojekt "Kleinstadtleben" hatte sich das Laucherttalstädtchen in 2013 gefreut ein neues Sanierungsverfahren "Stadtkern/Schlossanlage" rund um das Gammertinger Stadtschloss und entlang der innerörtlichen Hohenzollernstraße (B 32) und Reutlinger Straße (B 313) bewilligt zu bekommen. Die Laucherttalstadt selbst hat inzwischen die umfangreichen Erneuerungs- und Erweiterungs-maßnahme am Speth´schen Stadtschloss mit dem Neubau des Schlossflügel mit Erweiterung der Servicedienstleistungen von Rathaus und Stadtwerken und einem neuen zentralen Standort der Stadtbücherei erfolgreich abgeschlossen. Auch der neue Große Schlossplatz zwischen Lauchert mit Sitzstufen zum Gewässer hin, dem Roter Dill und Schlossflügel sowie die Grünbereiche entlang der bereits sanierten historischen Stadtmauer sind seit vergangenem Jahr abgeschlossen. Besonders wichtig ist im innerstädtischen Sanierungsverfahren auch, dass schon zahlreiche private Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen von Wohn- und Geschäftshäusern in der Hohenzollern- und Reutlinger Straße erfolgreich abgeschlossen werden konnten bzw. mit bereits zugesagten Zuschüssen gesichert und in der konkreten Umsetzung sind.

Haushaltsansätze 2019 für Stadthalle nun voll gesichert
"Die weiteren Sanierungsmittel von Bund und Land in Höhe von weiteren 500.000 Euro kommen genau richtig, und werden zeitnah zusammen mit weiteren kommunalen Eigenmitteln in die für 2019 konkret anstehenden kommunalen und privaten Investitionen in unserer Innenstadt einfließen", so Bürgermeister Holger Jerg erfreut. Auch die mit Hochtouren laufenden konkreten Hochbauplanungen für das Projekt "neue Stadt-/Kulturhalle" sowie die für die zweite Jahreshälfte 2019 anstehenden Rückbau- und Abbrucharbeiten an der ehemaligen Textilfabrik Schey als neues innerstädtisches Baufeld erhalten damit eine weitere finanzielle Basisfinanzierung. Ursprünglich hatte die Stadt Gammertingen für das rund 10 Jahre dauernde Sanierungsverfahren einen Förderahmen von rund 5 Mio. Euro beantragt, der nun sukzessive von zunächst 1,66 Mio. Euro in bislang fünf Anpassungsrunden auf nunmehr nahezu 7 Mio. Euro angehoben worden ist. Neu hinzugekommen ist dabei auch ein Mitfinanzierungsanteil für das Stadthalle-Projekt als neue Gemeinbedarfseinrichtung auf dem ursprünglichen Industriebrachenareal der Textilfabrik Schey.


So sieht der beste Wettbewerbsentwurf aus

Architekten Steimle aus Stuttgart gewinnen den Planungswettbewerb mit ihren Ideen für die neue Stadt-/ Kulturhalle in Gammertingen

Am Samstag, 17. März 2018 hat das Preisgericht aus den 9 eingereichten Planungsunterlagen und Modellen die Preisträger aus dem nicht offenen städtebaulich-architektonischen Realisierungswettbewerb „Stadt-/ Kulturhalle Gammertingen“ ausgewählt. Die 5 Sachpreisrichter und 4 Sachpreisrichter haben zusammen mit beratenden Mitgliedern und Stellvertretern nach rund achtstündiger Bewertung und Beratung seine ersten Preisträger mit dem Stuttgarter Architekturbüro Steimle und Möhrle und Partner Landschaftsarchitektur sowie zwei gleichwertige zweite Preise mit den Arbeiten von D'Inka Scheible Hoffmann Architekten aus Fellbach und dasch zürn+partner Architekten aus Esslingen festgelegt. Die eingereichte Arbeit von harris+kurrle Architekten Stuttgart wurde mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Das Ziel des Wettbewerbs mit der Ausarbeitung eines städtebaulich-architektonischen Konzepts zur Erstellung einer Stadt-/ Kulturhalle - auf dem Areal der ehemaligen Textilbrache Schey - ist von allen am Wettbewerb beteiligten Büros auf sehr unterschiedliche und architektonisch sehr differenzierte Art und Weise erfüllt worden. Das vom Gemeinderat in mehreren Sitzungen konkretisierte und in einer umfangreichen Bürgerbeteiligung mit Vereinen, späteren Nutzern und Bürgern erarbeiteten Zielvorstellung zur Platzierung und Gestaltung einer neuen „Stadt-/Kulturhalle“, auf dem ehemaligen Schey-Areal zwischen Sigmaringer Straße (B32/B313) und der Straße Mühlburren, ist dabei für alle Wettbewerbsarbeiten gleichermaßen Planungsgrundlage gewesen. Aus der zunächst erfolgten europaweiten Ausschreibung des Planungswettbewerbs konnten abschließend 7 Bewerbergemeinschaften durch ein Auswahlgremium durch Losziehung ausgewählt werden. Die Stadt Gammertingen selbst hat als Ausloberin vorab drei weitere Bewerbergemeinschaften zur Teilnahme an dem Verfahren ausgewählt. Bevor sich diese zehn Büros auf die spannende Ausarbeitung gemacht haben, fand am 2. Dezember 2017 nochmals ein so genannter „Bürger- Planer- Dialog“ mit anschließender Rückfragenbeantwortung der Wettbewerbsteilnehmer durch das Preisgericht statt. Fristgerecht reichten insgesamt 9 von 10 Bewerbergemeinschaften ihre Wettbewerbsunterlagen bis 26. Februar 2018 ein.


Planungsentwurf von Steimle Architekten und Möhrle und Partner Landschaftsarchitektur, beide Stuttgart wird nun weiter ausgearbeitet

Das von der Stadt Gammertingen und dem Gemeinderat bestimmte Preisgericht, unter Vorsitz von Städteplaner Professor Stefan Zoeppritz aus Stuttgart, hat unter anderem auch per einstimmigen Beschluss dem Gemeinderat der Stadt Gammertingen empfohlen, der weiteren Realisierung des Stadthallenprojektes die Planergemeinschaft Steimle Architekten und Möhrle und Partner Landschaftsarchitektur auf Basis des Siegerentwurfes weiter zu beauftragen.

Stadthallen-Architekturwettbewerb im Oktober 2017 gestartet

Architekten sollen Ideen für neue Stadt-/Kulturhalle zu Papier bringen – Schey-Areal wird sich verändern

Nach dem umfangreichen bürgerschaftlichen Beteiligungsprozess im Frühjahr und den intensiven Diskussionen mit Vereinen und Organisationen hatte ja bekanntlich der Gemeinderat in mehreren Sitzungen sowohl vor als auch nach der Sommerpause die weiteren Entscheidungen auf dem Weg zu einer „Stadt-/Kulturhalle“ auf dem Areal der ehemaligen Textilfabrik Schey intensiv beraten und die weiteren Schritte zur Umsetzung beschlossen. Das in der Septembersitzung 2017 vom Gemeinderat berufene Preisgerichtsgremium aus Fach- und Sachpreisrichtern für einen nicht-offenen städtebaulichen Architekturwettbewerb hat sich zwei Wochen später zu einer abschließenden Preisrichtersitzung getroffen, um die Wettbewerbsauslobung für den kommenden Architekturwettbewerb endgültig fachtechnisch abzustimmen. Fünf Fachpreisrichter, alles langjährige Architekten, Städteplaner oder Landschaftsarchitekten, und 4 sogenannte Sachpreisrichter, darunter Bürgermeister Jerg und vom Gemeinderat bestimmte Gemeinderäte, werden im kommenden Frühjahr 2018 über die von teilnehmenden Architekten eingereichte Planungsentwürfe und –konzepte abschließend beraten und die Preisträger des Wettbewerbs feststellen.

Architekturwettbewerb war europaweit ausgeschrieben

Unter der Kontrolle der Architektenkammer Baden-Württemberg und der Vergabekammer hat nun am 04. Oktober 2017 die Stadt Gammertingen mit fachlicher Unterstützung der Kommunalentwicklung GmbH aus Stuttgart den ersten Teilschritt des Teilnahmewettbewerbs europaweit ausgeschrieben, um schlussendlich die mitwirkenden 10 Planungsbüros für den dann im zweiten Teil folgenden Architekturwettbwerb für eine neue „Stadt-/Kulturhalle“ der Laucherttalstadt festzulegen. Die teilnehmenden zehn Architekturbüros hatten in einem „Bürger-Planer-Dialog“ am 02. Dezember 2017 auf dem Areal der alten Textilfabrik Schey die besondere Grundlage mit interessierten Bürgern, Vereinsvertretern und Gemeinderäten vor dem konkreten Planungsbeginn nochmals die Chance konkret ins Gespräch über die „Gammertinger Vorstellungen“ zu kommen. Über das Winterhalbjahr 2017/2018 mussten sie dann ihre architektonischen Planungsentwürfe und –konzepte für eine Stadthalle auf dem im städtischen Besitz befindlichen Schey-Areal entwickeln.

Preisgericht entscheidet im März 2018 über eingereichte Arbeiten

Am Samstag, 17. März 2018 wird das Preisgericht abschließend die 10 eingereichten Planungsentwürfe auf Herz und Nieren prüfen und die drei besten Arbeiten mit Preisen und einem gestaffelten Preisgeld auszeichnen. Einer dieser Preisträger wird seitens der Stadt mit den weiteren Planungsleistungen für die Realisierung der neuen Gammertinger Stadthalle beauftragt werden. Unmittelbar nach der Sitzung des Preisgerichtes sollen die dort bewerteten Planungsarbeiten bei einer Ausstellung noch vor den Osterferien der interessierten Bevölkerung in den Räumen des Gewerbeparks Schey zugänglich gemacht werden. Mit dem Wettbewerbssieger wird dann die weitere Detailplanung weiterentwickelt, so dass – wenn alles reibungslos laufen wird – im Laufe des Herbstes/Winter 2018 der Rückbau der Gebäude des Gewerbeparks Schey erfolgen wird. Baubeginn nach abschließenden Entscheidungen des Gemeinderates soll im Frühjahr 2019 sein.

Wo finde ich die Wettbewerbsausschreibung?

Die konkreten Wettbewerbsausschreibungen sind auf den Ausschreibungsportalen des Staatsanzeigers Baden-Württemberg sowie hier veröffentlicht und online abrufbar.

 

 

3. Bürgerwerkstatt am Dienstag, 27. Juni 2017

Was passiert auf dem Schey-Areal bis 2020?


Ein breites Bündnis aus Gemeinderat, Stadtverwaltung, Politik, Vereinen und Planern hatten die Gammertinger Bürgerinnen und Bürger im Juni 2017 nochmals zu einer 3. Bürgerwerkstatt zum Thema „Stadt- und Kulturhalle“ eingeladen.


„Nach mehr als 4 Jahrzenten immer wieder aufkommende Diskussion scheint es so, als ob der Gemeinderat in Kürze den nächstenkonkreten Schritt in Richtung Stadt- und Kulturhalle gehen kann“, vermutet Bürgermeister Jerg. „An der 3. Bürgerwerkstatt wollen wir uns noch einmal den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen und wir werden versuchen, so viele Fragen wie möglich zu beantworten.“


Die Werkstatt fand am Dienstag, 27. Juni 2017 von 19 bis 21 Uhr direkt im Schey-Areal (ehemalige Räume von Jeans + Basics) statt.


Was war bei der 3. Bürgerwerkstatt geplant?

  • Fakten, Fakten, Fakten: Markus Lämmle (Seniorprojektleiter der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH) erläutert nochmals den Anlass, die Vorarbeiten und die Ergebnisse Bedarfsstudie mit Beteiligungsverfahren für ein Raumprogramm für die Stadthalle. Die beteiligten Bürger und Vereinsvertreter hatten nochmals die Gelegenheit, an fünf Stationen mit VertreterInnen aus Politik, Verwaltung und Vereinen Ihre Fragen zu besprechen, wie z.B.:Was wird durch die Halle besser? Kann Gammertingen sich das Projekt leisten? Ist die Halle eine Konkurrenz oder eine Ergänzung?   Welche Bedeutung hat die Halle für die Nachbarschaft? Es war Raum dafür, noch weitere Fragen zur Sprache zu bringen.
  • Überblick und Ausblick: die wichtigsten Punkte werden im Plenum kurz für alle erläutert. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf den Zeitplan bis 2020.

 

Die 3. Bürgerwerkstatt bildete den vorläufigen Abschluss der Bürgerbeteiligung zur praktischen Erarbeitung der Bedarfsstudie zum Raumprogramm für eine neue Stadt- und Kulturhalle für Gammertingen. Ihr waren eine schriftliche Nutzer- und Vereinsbefragung im Januar und Februar und zwei Bürgerwerkstätten im März und April vorausgegangen. Am 23. Mai 2017 hat der Gemeinderat über den Zwischenbericht der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH und finep beraten. Für den 18. Juli 2017 sind im Gemeinderat die abschließende Beratung und Beschlussfassung über die Durchführung eines Planungswettbewerbs statt.

BürgerTALK mit Blick hinter die Gewerbeparkskulissen

Am Samstag, 13. Mai 2017 konnten sich im ganzen Land Bürgerinnen und Bürger beim „Tag der Städtebauförderung“ davon überzeugen, wie Stadtsanierung und Städtebauförderung wirken – im sanierten Bürgerzentrum über Innenstadtquartiere bis hin zu aufgewerteten Innenstadtbereiche. Auch in der Laucherttalstadt Gammertingen hatte sich die Stadtverwaltung zusammen mit den Regierungsfachleuten wieder etwas rund um die Städtebauförderung einfallen lassen.

 

Auf dem Areal der innerstädtischen Brache der ehemaligen Textilfabrik „Schey“ soll ja nach dem Willen des Gemeinderats und der zahlreichen Vereinsvertreter aus den beiden aktuellen Bürger- und Nutzerwerkstätten die Errichtung einer neuen zentralen Begegnungsstätte und Kultureinrichtung als „Stadt-/Kulturhalle“ für unser Städtle umgesetzt werden. Seit Jahresbeginn laufen nach einer umfassenden Vereins- und Nutzerbefragung mit interessierten Bürgern und potentiellen Nutzergruppen aus Vereinen, Organisationen und Unternehmen diverse Bürgerwerkstätten. Dort wurden inzwischen an zwei Abendveranstaltungen intensiv die Passgenauigkeit, das Raumprogramm und die Rahmenbedingungen hierfür in einem offenen und breit angelegten Bürgerdialog besprochen und entwickelt.

Der bundesweite „Tag der Städtebauförderung“ im jahr 2017 wurde für einen weiteren Diskussionsschritt und einen Vor-Ort-Dialog, kombiniert mit Rundgängen durch die ehemalige Textilbrache „Schey“, und diversen Gesprächsworkshops am Standort genutzt. Auf der ehemaligen Laderampe der Textilfabrik im Innenhof war der Treffpunkt für die Gesprächs- und Informationsaktivitäten und die geführte Tour durch Keller- und Dachräume, ehemalige Nähsäle und inzwischen ungenuzte Büroetagen der Textilbrache.



2. Bürgerwerkstatt „Stadt- und Kulturhalle“ in Gammertingen

Bei der zweiten Bürgerwerkstatt „Planen mit Vereinen/Nutzern“ ging es noch einmal etwas tiefer in den Details zu den Themen „Bühne, Lager, Küche, Anlieferung oder eine mögliche Flächenreduzierung des Saales durch eine Empore.“ Deshalb waren neben VertreterInnen der Vereine und weiterer Nutzergruppen aus der ersten Bürgerwerkstatt auch weitere Interessierte am Donnerstag, 27. April 2017 eingeladen.


Auf der Basis des von den beiden Nutzer/Vereinsworkshops ergänzten „Raumprogramms“, das in einem engen Dialog formuliert wurde, soll dann im Sommer 2017 im Anschluss der Bürgerwerkstätten vom Gemeinderat ein Planungswettbewerb ausgelobt werden, der dann die passgenauen Entwürfe für eine Stadt- und Kulturhalle liefern soll.



1. Bürgerwerkstatt am Dienstag, 28. März 2017

Die Ergebnisse der aktuellen Befragung liegen ausgewertet vor und wurden an der ersten Bürgerwerkstatt vorgestellt. Dazu wurden neben den VertreterInnen der Vereine und weiterer Nutzergruppen auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen auf Dienstag, 28. März 2017.

 

Anfang des Jahres 2017 hatte im Auftrage des Gemeinderates die Stadtverwaltung zusammen mit dem langjährigen Sanierungsbetreuer der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) eine Vereins- und Nutzerbefragung zum Neubau einer Stadt- und Kulturhalle auf dem ehemaligen „Schey-Areal“ durchgeführt. Die Befragung stieß auf eine erfreuliche große Resonanz: Mehr als die Hälfte der Angeschriebenen haben geantwortet und sich auch überwiegend positiv geäußert. Eine ganze Reihe von Vereinen und Betrieben aus der gesamten Stadt hatten im Zuge der Befragung auch ihr Interesse geäußert, in den weiteren Planungsprozess der nun folgenden Workshops der Bürgerwerkstatt mit eingebunden zu werden.

Die Bürgerwerkstätten dienen dazu, die vom Gemeinderat und Verwaltung grundsätzlich auf den Weg gebrachte und geplante Stadt- und Kulturhalle für unsere Laucherttalstadt mit Bürger- und Vereinsunterstützung so passgenau wie möglich an den konkreten Bedürfnissen der zukünftigen Nutzer auszurichten: Wie groß soll der zentrale Veranstaltungsraum werden? Was muss man für die Ausgestaltung der Küche, der Bühne und der Technik wissen? Welche Nebenräume sind notwendig? Auf der Basis dieses „Raumprogramms“, das in einem engen Dialog formuliert wird, kann dann im Sommer 2017 im Anschluss ein Planungswettbewerb ausgelobt werden, der Entwürfe für die Stadt- und Kulturhalle liefern wird.

Presseartikel zur ersten Bürgerwerkstatt finden Sie hier und hier.



Vereins- und Nutzerbefragung zum Neubau der Stadt- und Kulturhalle Gammertingen

Im September 2016 hat sich der Gammertinger Gemeinderat mit überaus großer Mehrheit dafür ausgesprochen, auf dem bereits im städtischen Besitz befindlichen „Schey-Areal“ eine Stadt- und Kulturhalle zu errichten. Alle in Gammertingen registrierten Vereine erhielten im Januar 2017 einen Fragebogen zugesandt. Bei den Fragen ging es z.B. um die aktuelle Nutzung von Räumen, um den zukünftigen Raumbedarf, um das Interesse an einer Beteiligung und um die Anforderungen an eine Stadt- und Kulturhalle.


Der Fragebogen wurde von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) als langjährigem Sanierungsbetreuer der Stadt ausgewertet. Zusätzlich erhielten auch einige Gammertinger Firmen und Institutionen den Fragebogen zugesandt. Die Ergebnisse der Befragung bilden eine wichtige Grundlage für eine Bedarfsstudie, welche die KE dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen wird.

Neben Untersuchungen des Gebäudebestandes und des Baugrunds auf dem „Schey-Areal“ entlang der Sigmaringer Straße bildet das Raumprogramm die wichtigste Grundlage: die Größe des zentralen Veranstaltungsraumes, die Ausgestaltung der Küche, der Bühne und der Technik, mögliche Nebenräume für Vereine oder weitere Nutzer und Aspekte der Außengestaltung. Auf der Basis dieses Raumprogramms kann dann ein Planungswettbewerb ausgelobt werden, der Entwürfe für die Stadt- und Kulturhalle liefern wird.

Die Öffentlichkeit soll in die Ausgestaltung der Anforderungen an den Planungswettbewerb einbezogen werden:

  • Zusammen mit VertreterInnen zukünftiger Nutzer aus Vereinen und Gammertinger Institutionen finden am 28. März und am 27. April 2017 zwei Planungsworkshops statt.
  • Dem Gemeinderat wird in der Sitzung am 23. Mai über die Ergebnisse der Untersuchungen und der Planungsworkshops berichtet.
  • Im Juni schließt sich eine öffentliche Bürgerwerkstatt an und in der Juli-Sitzung des Gemeinderates wird – so ist es aktuell geplant - über den Beschluss für einen Planungswettbewerb abgestimmt.


Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird von Petra Schmettow (finep) im Auftrag der KE moderiert. Sie hatte bereits vor einigen Jahren in Bronnen und Mariaberg den damaligen „Murmelprozess“ moderiert. Auch beim Modellprojekt „Kleinstadtleben“ war sie bei zahlreichen Bürgerversammlungen als neutrale Moderatorin aktiv.

Haben Sie Fragen zum Beteiligungsprozess für eine Stadt- und Kulturhalle in Gammertingen? Die folgenden Personen geben Ihnen gerne Auskunft:

 

 

 

 

Gammertingen


telefon: +49 (0) 7574/406-0
telefax: +49 (0) 7574/406-119
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